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Rosamunde Pilcher: Schlagzeile Liebe

Laura Seal, eine selbständige Gärtnerin, engagiert sich seit ihrer Jugend für ihre kleine Gemeinde, mit der sie fest verwurzelt ist. Als jüngstes Mitglied des Gemeinderats hat sie gerade erst einen Community Garden auf die Beine gestellt, in dem von den Bürgern gemeinschaftlich Obst und Gemüse angebaut wird, als unerwartet ihr Vater, Francis Seal (61), der verdiente Bürgermeister der Gemeinde, einen Herzanfall erleidet. Francis, den gleichzeitig Eheprobleme belasten, wehrt sich mit Händen und Füßen, vorübergehend das Amt abzugeben, um sich zu schonen. Er hält sich für unverzichtbar, zumal das wichtigste Projekt seit Jahrzehnten, die Modernisierung des maroden Hafens, vor der Unterzeichnung steht. Der Gemeinderat muss Francis zwingen und wählt seine Tochter ins Amt. So wird die politisch unerfahrene Laura ins kalte Wasser geworfen, und Bürgermeisterin der Gemeinde. 

Parallel ist Robert „Bob“ Spencer, ein aufstrebender Journalist in London mit seinem Scoop auf die Nase gefallen. Statt einen Minister zu stürzen, droht ihm der Rausschmiss. Verlegerin Dame Hennessy, eine mächtige Aristokratin, will ihn aus der Schusslinie nehmen und bietet ihm die Stelle des Chefredakteurs einer Lokalzeitung, den Village Chronicle. Bob, der sich eigentlich zu gut hält für eine Provinz, hat keine Wahl und macht sich auf den Weg nach Cornwall.

Als Laura und Bob aufeinandertreffen, funkt es sofort. Sie kommen sich näher, obwohl beide zunächst an unterschiedlichen Fronten zu kämpfen haben: Laura muss sich im Haifischbecken der Lokalpolitik zurechtfinden, vor allem weil die Investoren, die den Hafenausbau mitfinanzieren wollen, ihr die kalte Schulter zeigen. Bob muss mit zwei Mitarbeitern die Lokal-Zeitung füllen. Ihre Erfahrung, ihre Herkunft, ihre Welten könnten kaum unterschiedlicher sein. Laura ist als junge Bürgermeisterin von öffentlichem Interesse, und Bob muss dringend Spalten füllen. Deshalb bietet er Laura ein Porträt an, für das er sie besser kennenlernen muss. Für beide ein klassisches Win-Win. Und natürlich auch die Möglichkeit, romantische Stunden miteinander zu verbringen.

Doch je heftiger die Liebe zuschlägt, umso deutlicher tritt auch zutage, was beide trennt: Der Hafenausbau stockt. Laura droht das Lebenswerk ihres Vaters in den Sand zu setzen. Entsprechend erhofft sie sich von Bobs Porträt einen PR-Effekt, der sie im Gemeinderat stärkt. Der ehrgeizige Bob will jedoch seinen journalistischen Prinzipien treu bleiben. Und so fällt der Artikel eher distanziert bis kritisch aus. Laura fühlt sich ausgenutzt und ist bitter enttäuscht. Und Bob erinnert sich an sein eigentliches Ziel, sich mit dem Chronicle zu rehabilitieren, um schnellstmöglich nach London zurückzukehren. Dafür muss Bob die Auflage steigern. Was fehlt, ist eine Knaller-Story. Die flattert ins Haus in Form von Fotos, die ein Unbekannter dem Chronicle zuspielt. Die belegen illegale Machenschaften des alten Bürgermeisters. Und auch Laura scheint mit drin zu hängen. Bob ist im Konflikt, will seine Recherchen zurückhalten. Durch den übergroßen Ehrgeiz der Volontärin erscheint der Artikel aber doch, genau in dem Moment, wo Laura Bob verziehen hat – und ihn zum ersten Mal verführt.

Der Artikel sorgt für Aufregung im Ort. Der Chronicle hat seine Story. Doch zu welchem Preis? Francis steht am Pranger, erleidet einen neuerlichen Infarkt. Laura, die lediglich ihren angeschlagenen Vater schützen wollte, ist im Ansehen beschädigt. Das Hafenprojekt, das der Gemeinde Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bescheren sollte, droht endgültig zu scheitern. Und auch der Liebe droht das Aus. Aber im Leben ist es wie in der Politik: Jede Niederlage bietet immer auch eine Chance: aus Fehlern zu lernen, es besser zu machen – und dabei über sich hinaus zu wachsen…

 

 

Drama | 90 Min. | ZDF | 2022
Buch Andreas Bradler, Karsten Rüter
Regie Karola Meeder
Kamera Stefan Ditner
Produzent:Innen Annette Pisacane, Michael Smeaton
Producerin Ello Bolz
Besetzung Nicola-Rabea Langrzik, Garry Fischmann, Eckhard Preuß, Maria Bachmann, Bianca Nawrath, Arndt Schwering-Sohnrey u.a.