Tote haben keine Lobby

Die Altenpflegerin

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Dokumentation | 45 Min. | ARD | 2006
Buchvorlage: Sabine Rückert | Drehbuch & Regie: Manfred Uhlig| Kamera: Christian Girardet
Darsteller: Dagmar Gruhl, Josef Tratnik

Die Reihe „Tote haben keine Lobby“, angelehnt an das gleichnamige Buch von Sabine Rückert, geht mit den Filmen „Der Elektriker“ und „Die Altenpflegerin“ der Frage nach, wie es sein kann, dass in Deutschland Menschen ermordet werden , ohne dass es jemand merkt. 1200 bis 2400 Fälle sind es einer Studie des Münsteraner Gerichtsmediziners Prof. Dr. Bernd Brinkmann zufolge, das heißt: Jeder zweite Mord in Deutschland bleibt unentdeckt. Die Gründe: Desinteresse und Geldmangel bei Polizei und Staatsanwaltschaften, durch Anordnung einer Obduktion zweifelhafte Todesfälle aufzuklären. Der zweite Grund: Die Ausstellung von Totenscheinen liegt hierzulande in der Hand der Hausärzte. Und die sind in der Regel nicht dafür ausgebildet, Mordspuren wie Würgemale und Vergiftungserscheinungen zu erkennen.

Wie im Fall der Altenpflegerin aus Köln. Die tötete in Köln mindestens sechs ihrer Patienten mit dem Neuroleptikum Truxal. Auch in diesem Fall hatten Hausärzte zuvor den „natürlichen Tod“ ihrer Patienten bescheinigt, erst im letzten Fall alarmieren aufmerksame Angehörige die Polizei. Die Chancen, dass Morde an alten Menschen nicht entdeckt werden, sind besonders hoch, denn kaum jemand wird misstrauisch, wenn ein alter Mensch stirbt.

Es ist keine beruhigende Perspektive die Autor Manfred Uhlig und sein Team nach über einjähriger Recherche aufzeigen: Unentdeckte Serienmorde wie die der Altenpflegerin und des Elektrikers können sich jederzeit wiederholen.